"Teamfit"

Das Programm "Teamfit" hat es sich zum Ziel gesetzt, die Widerstandsfähigkeit eines Teams gegen äußere und innere Störeinflüsse zu erhöhen. Es geht also um eine Resilienförderung im Team.

Ausgangspunkt:
Auf die MitarbeiterInnen im Team wird zunehmend mehr Verantwortung für Selbstorganisation und Zielerreichung übertragen. Sie sollen als "UnternehmerInnen im Unternehmen" handeln.
Zugleich treffen in modernen Teams MitarbeiterInnen verschiedener Nationalitäten und mit oft stark differierenden Ausbildungs- und Erfahrungshintergründen aufeinander.
In heutigen Unternehmen haben wir es also zunehmend mit heterogenen Teams zu tun, deren Mitglieder Andersartigkeit verstehen, tolerieren und zum Zwecke des Teamerfolgs nutzbringend einsetzen sollen. - Die Toleranz von Andersartigkeit und der konstruktive Umgang damit sind keine Selbstverständlichkeit; es handelt sich um eine Teamleistung, die nur dann erbracht werden kann, wenn die Bedingungen im Unternehmen während des Teamaufbaus so waren, dass sich intakte Teamstrukturen herausbilden konnten.

Verfügen Sie über ein Team, das in oben beschriebener Weise heterogen zusammengesetzt ist, das sich weitestgehend selbst bestimmt in der Aufgabenwahl, dem Einsatz von Ressourcen zur Aufgabenerfüllung und der Kontrolle der Zielerreichung?  Oder handelt es sich bei Ihrem Team eher um eine homogene Gruppe (Alter, Geschlecht, Herkunft, Ausbildungshintergrund), deren Aufgaben und Ressourcennutzung eng vorgegeben sind, die eng und nach klaren Vorschriften geführt werden?

Eine Einschätzung der "Teamigkeit" Ihres Teams können Sie auf Grundlage der hier abgebildeten Tabelle grob selbst vornehmen:

Quelle: Grafik erstellt in Anlehnung an: Edding, Schattenhofer (2015): "Einführung in die Teamarbeit"

Teamfunktionen:
Je "teamiger" Ihr Team ist, desto mehr bedarf es der Teampflege, um seine Teamleistung zu erbringen. Das resiliente (= in Belastungssituationen widerständige) Team organisiert seine Zusammenarbeit so, dass die folgenden drei Teamfunktionen erfüllt werden:

  1. Die Befriedigung individueller Bedürfnisse der einzelnen Teammitglieder
  2. Der Erhalt des sozialen Systems, der dem Team nach innen und außen Halt bietet und Gestalt verleiht
  3. Das Erfüllen des Arbeitsauftrags bzw. das Erbringen der geforderten Dienstleistung

Quelle: Grafik erstellt in Anlehnung an: Edding, Schattenhofer (2015): "Einführung in die Teamarbeit"

Störungen der Teamresilienz
Das komplexe, systemische Fließgleichgewicht gerät ins Stocken, wenn Teamentwicklung und -pflege in der Vergangenheit zugunsten einer schnellen Aufgabenabwicklung kein Raum gegeben wurde. Das Team - und jedes einzelne Mitglied - ist bei einer solchen "Fehlentwicklung" zusehends damit beschäftigt, mit den Störungen der inneren Teamumwelt umzugehen.
Es verliert dabei eine Menge Kraft in zwischenmenschlichen Konflikten und in Bemühungen zur Abwehr von Unwohlsein. Kraft, die es normaler Weise zur Verfügung stellen kann für die tägliche Aufgabenerfüllung.

Typische Symptome in "gestörten Teams":

  • E-Mails treten an die Stelle persönlicher Gespräche
  • Informationen werden gezielt zurück gehalten
  • Es bestehen offene Konflikte
  • MitarbeiterInnen kündigen (oder haben innerlich gekündigt)
  • Der Arbeitsauftrag/die Dienstleistung wird nur halbherzig erfüllt
  • Die Atmosphäre ist schlecht; das Image des Teams/der Abteilung leidet
  • (...)

Teamcoaching: Wiederherstellung der Teamresilienz:
Um die Belastbarkeit des Teams wiederherzustellen, müssen neue Voraussetzungen im und um das Team geschaffen werden, die das Erfüllen der Teamfunktionen wieder zulassen.

Dem Teamcoach kommen hierbei unterschiedliche Aufgaben und Rollen zu:

  • Er macht sich ein Bild davon, in welchen Bereichen die Teamfunktionen gestört sind
  • Er bietet dem Team Begegnungsräume und Aufgaben, in denen es herausfindet, nach welchen Regeln und Normen die Zusammenarbeit aktuell funktioniert und was geschehen müsste, um sie zu optimieren
  • Er geht mit Konfliktparteien und einzelnen Teammitgliedern ins Gespräch, um deren Bedürfnislage zu erkunden und gemeinsam Wege zur Erfüllung zentraler Bedürfnisse ausfindig zu machen
  • Er klärt im Gespräch mit den Führungskräften Teamfunktionen und -bedürfnisse mit dem Ziel, das Führungshandeln hierauf neu auszurichten
  • Er bietet sich dem Team und jedem einzelnen Teammitglied als Modell an für den wertschätzenden und respektvollen Umgang miteinander
  • Er übergibt im Verlauf des Teamentwicklungsprozesses immer mehr Verantwortung zur Erfüllung der Teamfunktionen an das Team zurück

Glückt der Teamentwicklungsprozess, so verändert sich - auch für Außenstehende wahrnehmbar - die Stimmung im Team. Der Gruppenzusammenhalt ist gestärkt; es wird weniger gegeneinander und dafür mehr mit- oder füreinander gearbeitet. Das Team kann jetzt zunehmend flexibel auf innere und äußere Störeinflüsse reagieren - es zeigt sich als zunehmend resilient.

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